Vega de Rio Palmas - Fuerteventura

Vega de Rio Palmas - Fuerteventura

Das Tal und der Ort gleichen Namens gehören zu den schönsten Flecken Fuerteventuras. Weiße und lehmfarbene Anwesen (Fincas) ziehen sich, abwechselnd mit kleinen Terrassenfeldern, in ländlicher Idylle mit Ziegen und Hunden von der Plaza vor der 1666 erbauten Kirche den Bach entlang in Richtung Stausee. Fast ist man geneigt zu glauben, die Zeit sei stehen geblieben - wären da nicht der Fußballplatz und das unübersehbar prangende Malteserkreuz des Ambulatoriums.
Bis zum 16. Jahrhundert gab es hier einen Gebirgsbach, der ganzjährig Wasser führte und durch dessen Bett von Puerto de la Peña aus die Eroberer mit ihrem Anführer Jean de Bethencourt im 15. Jahrhundert gegen die Strömung ins Landesinnere vordrangen - am Ufer standen Palmen und wegloses Gebüsch so dicht, dass ein Vorrankommen schier unmöglich war. Vega de Rio Palma - FuerteventuraHeute gehört in den Sommermonaten schon einige Phantasie dazu, sich das Bild vorzustellen. Nur nach starken Regenfällen füllt ein Bach den Stausee, der nach ein par Tagen zu einem Rinnsal wird, das noch vor der Talsperre Las Peñitas versickert. Trinkwasser wird im oder neben dem Bach aus Brunnen gewonnen. Der Stausee selbst ist verlandet: Im Sommer ausgetrocknet; nach dem Regen knietief und schlammig. Erfüllt er auch seine Aufgabe als Wasserauffangbecken nicht mehr, so hat sich hier ein Biotop gebildet mit Tamarisken, Schilf, zahlreichen Vögeln und Fröschen. Unterhalb der Talsperre befindet sich zwischen hohen Felsen die kleine Ermita de Virgen de la Peña, eine winzige weiße Kapelle, ega de Rio Ermita - Fuerteventurain der auf einem Gemälde die wundersame Auffindung der nur 23 cm hohen Heiligenstatue aus Alabaster dargestellt ist, die heute in der Kirche Nuestra Señora de la Peña von Vega de Rio Palmas den Hauptaltar schmückt. Es wird vermutet das Jean de Bethencourt sie mitbrachte und der ersten Kirche Santa Maria de Betancuria weihen ließ, die 1593 durch den Seeräuber Japan vollständig zerstört wurde. Die Skulptur jedoch wurde rechtzeitig und so gut versteckt, dass sie erst im 17. Jahrhundert - auf wundersame Weise - wiederfand. Der Marienkult gehört zu den lebendigsten Traditionen Fuerteventuras. Die Unscheinbare Ermita de la Peña ist das ganze Jahr über stark besuchte Wallfahrtsstätte, geschmückt mit kleinen persönlichen Gegenständen, die zusammen mit Gebeten und Bitten der Virgien de la Peña zugedacht sind. Dreimal im Jahr wird die Heilige, die zugleich Schutzpatronin der Kanarischen Inseln ist, geehrt. Jedes Jahr am 3. Sonntag im September begeben sich Wallfahrer von überallher nach Vega de Rio Palma, um in einer besonders prachtvollen Prozession mit anschließender Fiesta ihre bevorzugte Heilige zu feiern.
0
0
0
s2smodern